Musiktherapie mit Kindern

   Musik weckt die Phantasie.
  Sie tröstet Dich, wenn Du traurig bist,
 bringt Dich zum Lachen, wenn Du Dir Sorgen machst.

 

 

Musik ist Leben...
und Leben ist Musik.
Ein Leben ohne Klänge, ohne Töne ist unvorstellbar.
Musik existiert, seitdem es Menschen gibt.

                                                       

 

Kinder lieben es, Klänge und Rythmen zu erzeugen, sie bewegen sich mit Freude zur Musik und sind von Natur aus mit dieser verbunden. Leider unterliegt das musikalische Handeln oftmals zu früh der Bewertung oder dem Zwang, indem Kinder, anders als im freien Ausdruck, zum korrekten Spielen eines Instrumentes oder "richtigem Singen" aufgefordert werden.

In der musikalischen Begegnung mit Kindern sollte insbesondere aus musiktherapeutischer Sicht daher immer der Prozess und die Freude im Vordergrund stehen und nicht das Ergebnis.  Das eigentliche Handeln und das Aktivsein ist für die Kinder wichtig.

                                   


Pädagogische und therapeutische Ziele laufen oft nebeneinander her oder ergänzen sich. Das Erlernen von Liedern, das freie Improvisieren, das Spiel mit Musik etc. bereitet Kindern Freude, jedoch kann die Zielsetzung jeweils eine andere sein. Die Methoden der Musiktherapie und der musikalischen Früherziehung sind an einigen Punkten übereinstimmend, die Ziele differrieren aber. Im Mittelpunkt der musiktherapeutischen Arbeit steht immer das Erleben mit Hilfe von Musik und nicht das Erlernen musikalischer Formen.

 

Immer beachtet die Musiktherapie dabei die Ganzheitlichkeit des Kindes in seiner Einheit Körper, Geist und Seele. 

                                               

                                           

 

Musik bewegt,
Musik lebt,
Musik schwingt
und Musik heilt,
  hervorragende Voraussetzungen, um auch therapeutisch mit Musik zu arbeiten.

 

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In der Therapie und Förderung von Kindern stellen Musik und Klang wertvolle Mittel zum Ausdruck dar. Dazu werden die unterschiedlichsten Elemente der Musik genutzt, wie z.B. Stimme, Klang, Melodie, Gehör, Geräusch und Rhythmus.

 

                                              

 

 

In der Musiktherapie unterscheiden wir

aktive und rezeptive Formen:

Bei den aktiven Formen musizieren Kinder oder es wird mit der Stimme, mit erzeugten Klängen und Tönen gearbeitet. Es entsteht eine Form des Ausdrucks und der Kommunikation in Gruppen und/oder in der Beziehung zum Therapeuten. Im sogenannten musikalischen Dialog ersetzen diese Elemente die Sprache und es entsteht eine sehr emotionale Form der Interaktion, die unbewusste Ebenen einschließt.

 

Die rezeptiven Formen umfassen das Musikerleben, d.h. das Aufnehmen von Klang, Stimme, Melodie, ohne diese selbst aktiv mitzugestalten. Dabei geht es mehr darum, auf das innere Erleben und die Gefühle zu achten. Bei Kindern werden kreative Elemente wie Farben, Geschichten und innere Bilder zur Aufarbeitung des Erlebten hinzugezogen. Gerade die rezeptive Musiktherapie legt den Fokus auf das Hinhören und Aufnehmen. Das Kind soll sich spüren und selbst wahrnehmen und seine Aufmerksamkeit zentrieren. Es erlebt seine Emotionen und inneren Bewegungen, gleichzeitig lernt es, still zu sein und genau hinzuhören.

 

                                                    

Musik dient zur Wahrnehmungs- und Entwicklungsförderung im Kindesalter.
Im Bereich der Entwicklung des Kindes werden akustische Wahrnehmung, Koordinierung und Rhythmusgefühl angeregt. Viele Kinder haben Probleme in den genannten Bereichen, die später als Sekundärprobleme im Bereich des Lernens und Ausdrucks deutlich werden können.
Musik steigert die Aufmerksamkeit und Ausdauer.
Sie stärkt die soziale Kompetenz, fördert Empathie,
aber auch die Konfliktfähigkeit der Kinder.

Mu
sik kann auch den Zugang zum Seelenleben und zu sozialen Erfahrungen des Kindes ermöglichen.

 

                                                     
 

Musik und Klang ersetzen teilweise die Sprache des Kindes und stellen so eine besondere Ausdrucksform des therapeutischen Dialogs dar.

 Musiktherapeutische Elemente sollen die Gefühle der Kinder berühren und wenn möglich zum Ausdruck bringen, wie z.B. Ängste, Aggressionen, Kommunikationsstörungen, psychische Belastungen, Hemmungen usw..

Durch die verschiedenen Techniken können diese Gefühle am Besten im Spiel zum Ausdruck gebracht werden. Musik dient dabei  als nonverbales Ausdrucksmittel, es berührt das Innerste und Unbewusste des Kindes. Die Gefühle lassen sich so leichter ausdrücken als durch sprachliche Äußerung, ähnlich wie beim kindlichen Spiel.  Dort, wo das Kind sich nicht sprachlich mitteilen kann oder möchte, bekommt es die Möglichkeit, über die musiktherapeutischen Elemente eine Ausdrucksform zu erlangen. Gleichzeitig wird Regression ermöglicht, d.h., das Kind kann im Spiel emotional auf Entwicklungsstufen zurückfallen, in denen es unverarbeitete Erlebnisse oder nicht befriedigte Bedürfnisse verarbeiten bzw. nachholen muss, um zu gesunden.

Desweiteren kann die Musik das Kind auch zum Körperausdruck und Tanz anregen. Das Kind kann so auch einmal den Mut erlangen, aus sich herauszugehen.

 

                                                    

 

Im musikalischen Dialog kann der Musiktherapeut gegebenfalls Harmonien und Disharmonien erkennen, die uns im Alltag oftmals verborgen bleiben. Damit kann Musik auch etwas zu Tage bringen, das sonst vielleicht an unserer Wahrnehmung vorbeigeht, aber gerade für das Kind in seinem Entwicklungsprozess sehr wichtig ist, frühzeitig erkannt zu werden.

 

 

 

In der Musiktherapie gibt es Möglichkeiten der
Einzel- und der Gruppenarbeit.

Das Kind kann speziell in der Gruppe soziale Erfahrungen machen, Gruppe erleben. Das Gruppenzugehörigkeitsgefühl wird durch musikalische Elemente gefördert. Musik ist Kommunikation und verbindet in der Gemeinschaft. Es gibt dabei oftmals ein gemeinsames Ziel und die Kinder lernen, aufeinander achtzugeben und sich wahrzunehmen. Klänge und Musik integrieren, schaffen ein klangliches Eingebettetsein in die Gruppe und eine besondere Form der Zugehörigkeit. Das Naturell der Kinder, sich im Spiel auszudrücken und Konflikte zu verarbeiten, wird damit auch in der Musiktherapie als Basis genutzt.

                
   


Gerade in der musikalischen Gruppe werden soziale Kompetenzen gefördert, gebildet und verfestigt. Bei vielen gruppenorientierten Musik-Spielen, bzw. Methoden ist es wic
htig, den anderen zu hören, seinen Rhythmus wahrzunehmen und mit dem ausgewählten Instrument zu "antworten", sich einzubringen.

So hängt z.B. bei musikalischen Improvisationen das Gelingen von dem Aufeinanderabstimmen ab. Was hört sich gut und harmonisch an ?
Wie entstehen Disharmonien ?  Wie passen die einzelnen Instrumente zueinander ?
Wer ein sehr lautes Instrument besitzt, ist gefordert, sich trotz der möglichen Kraft des Tones anzupassen
, damit auch die anderen noch gehört werden.
Gelingt das ?  Die eigene Laut"Stärke" muss der Gruppe angepasst werden.
Auf der anderen Seite kann geübt werden, wie sich das Kind in die Gruppe einbringt, wie es ist, im Mittelpunkt zu stehen und gehört zu werden.

Kinder und Jugendliche können Erfolgserlebnisse verspüren, wenn sie in musikalische Kompetenzen eingebunden werden und erleben, wie wichtig sie als Person mit ihrem Instrument in der Gruppe sind. 

 

 

                                         

 

Musiktherapie wird auch ergänzend mit anderen Therapien, wie Lerntherapie, Logopädie oder heilpädagogischen Behandlungen eingesetzt.

 

 

 

 

 

 Zusammenfassung

 

Musiktherapie kann bei vielen kindlichen Auffälligkeiten und Entwicklungsstörungen Hilfestellung leisten. Klänge umgeben uns bereits im Mutterleib, später sind die Stimmen der Bezugspersonen eng an unser emotionales Erleben geknüpft.

Dadurch können Klänge und Töne Kinder in besonderer Weise berühren und sogar bei sogenannten "Frühstörungen", die in den ersten drei Lebensjahren entstanden sind, heilend wirken. Hier wird der "nährende Charakter" musiktherapeutischer Möglichkeiten wirksam, der Therapeut kann mittels "geschenkter Klänge" und durch den Einsatz seiner Stimme das Unbewusste des Kindes berühren und liebevolle Zuwendung geben. Musik und Klang können uns tragen, einbetten und entspannen. Wir sollten Kindern diesen positiven Zugang zu den Klängen und zur Musik mittels musiktherapeutischer Elemente im Bereich der Pädagogik und Therapie eröffnen und damit die natürlichen Heilungs- und Entwicklungskräfte fördern.

 

 

 

Hast Du das Bedürfnis zu singen, dann singe.
Hast Du das Bedürfnis zu tanzen, dann tanze.
Hast Du das Bedürfnis zu musizieren, dann musiziere.

Musik ist Leben ... also lebe !
Und achte nicht darauf, ob es anderen gefällt, es soll Dir guttun!